Europas Rechte suchte schon lange die Nähe zu Trump und seiner MAGA-Bewegung. Auch die SVP bewundert seit langem Trumps autokratischen Politikstil. Während Trumps erster Amtszeit lud der damalige SVP-Nationalrat Roger Köppel Trumps Wahlkampfstrategen und Politberater Steve Bannon nach Zürich ein.
Dieser bedankte sich prompt mit einer an Populismus kaum zu überbietenden Rede und lobte Christoph Blocher als einen «Trump vor Trump», der es als Erster mit den «korrupten» Politeliten des Landes aufnahm. Sowieso gehöre die SVP zu einer weltweiten «populistisch-nationalen Bewegung», die derzeit kräftig im Aufwind sei und künftig wieder «den Bürger ins Zentrum stellt». Dass die rechtsextreme Partei allerdings insbesondere Politik für Grosskonzerne und Milliardäre betreibt, scheint das Publikum wenig zu stören.
Ideen aus Trumps politischer Agenda
Doch Bannon ist nicht allein wegen reisserischer Reden in die Schweiz gekommen, wie nun die Epstein-Files offenlegen. Vielmehr sah sich Bannon als einen Berater Europas rechter Parteien, darunter auch der SVP. In einem SMS-Austausch mit Epstein bezeichnete er sich unverhohlen selbst als «Berater der SVP». Auch die AfD und das Rassemblement National nannte er mit Namen. Aus früheren Veröffentlichungen weiss man zudem, dass Bannon geschäftlich nach Zug ins Krypto-Valley reiste, um für Epstein persönlich herauszufinden, wie man Kryptogeld als Spenden für politische Kampagnen einsetzen kann. Besonders brisant: während seines Aufenthaltes in Europa schrieb er Jeffrey Epstein, dass sie nun mit Hilfe der durch ihn beratenen Rechten jegliche «Kryptogesetzgebungen verhindern können». Dass sich die SVP vermehrt gegen Einschränkungen für Krypto ausspricht, verwundert daher kaum.
SVP zwischen Distanz und Bewunderung
Mittlerweile ist selbst der SVP nach Rechtsbrüchen, Demokratieabbau und Zolldrohungen die Nähe zu Trump peinlich geworden. Bannons Rolle als «Berater der SVP» sei nach SVP-Generalsekretär Peter Keller «ausgemachter Quatsch», sagt er dem Tages-Anzeiger. Und doch wünschen sich SVP-Vertreter:innen vor laufender Kamera eine Trumpsche «Switzerland First»-Politik. Die Vorgehensweisen und Ideen von Trump sollen kopiert werden, obwohl sie zu Gewalt-Eskalationen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen bis hin zur Ermordung von Menschen führen.
