Die Klimafonds-Initiative gewinnt bis weit in die politische Mitte an Boden. Immer mehr bürgerliche Politiker:innen sprechen sich für die Schaffung eines Fonds zum Schutz des Klimas aus. Neben der EVP, die die Initiative bereits im Parlament mitgetragen hat, haben nun auch die Mitte-Frauen die Ja-Parole beschlossen.
«Die Klimafonds-Initiative setzt dort an, wo gezielte Investitionen notwendig sind», sagt deren Präsidentin Christina Bachmann-Roth gegenüber dem Tages-Anzeiger. Bachmann-Roth betont zudem, es sei entscheidend, dass der Klimaschutz sozialverträglich ausgestaltet werde.
Die Klimafonds-Initiative fordert, dass der Bund jährlich 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts in eine sichere und klimataugliche Infrastruktur investiert. Mit den jährlich investierten 4 bis 8 Milliarden Franken sollen klimaschützende Massnahmen wie der Ausbau der erneuerbaren Energien umgesetzt werden.
Zustimmung auch aus der GLP
Auch die Jungen Grünliberalen haben kürzlich an ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, die Klimafonds-Initiative zu unterstützen. Die aktuelle Klimapolitik sei weitgehend ungenügend. Mehr Druck auf Bundesrat und Parlament sei dementsprechend notwendig, schreibt die Jungpartei auf ihrer Website. Damit die Schweiz das Netto-Null-Ziel bis 2050 erreichen könne, «müssen wir jetzt handeln», so die JGLP.
Auch alt GLP-Nationalrat Roland Fischer ist prominenter Befürworter der Klimafonds-Initiative. In einem Interview mit «direkt» sagte Fischer, dass jedes Land einen angemessenen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten müsse: «Mit ihrem starken Finanzmarkt und ihren hohen Kompetenzen in Forschung und Entwicklung kann die Schweiz eine enorme Wirkung erzielen.»
Klimaschutz: Keine Frage des politischen Lagers
Die Schweiz ist aufgrund ihrer Topografie und der geografischen Lage besonders stark von der Klimaerhitzung betroffen. Gletscherschmelze, Hitzewellen, Starkregen und Stürme bringen jedes Jahr erhebliche Verwüstungen und hohe Kosten mit sich. Bereits heute kostet dies die Steuerzahlenden fast eine Milliarde Franken pro Jahr. Ohne gezielte Massnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen könnten diese Kosten bis 2060 auf zehn Milliarden Franken pro Jahr steigen.
