Die Schweiz ist als Alpenland besonders stark von der Klimaerhitzung betroffen. Die Gletscher schmelzen weiter, Hitzewellen sind zur Normalität geworden, gefolgt von Starkregen und Stürmen, die Verwüstung bis in die hintersten Täler bringen. Damit die Schweiz ihren notwendigen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten kann, haben SP und Grüne zusammen mit einer breiten Allianz die Klimafonds-Initiative lanciert. Mit der Initiative sollen Gelder für die Investitionen in erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen und klimaneutrale Mobilität sichergestellt werden. Die Initiative kommt am 8. März zur Abstimmung. Diese drei Gründe sprechen für ein Ja.
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Die Schweiz ist besonders stark vom Klimawandel betroffen
Bereits jetzt ist klar: Die Schweiz hat das 1,5-Grad-Ziel verfehlt. Seit den 1960er-Jahren ist jedes Jahrzehnt wärmer als das vorherige. Aktuell liegt die Schweiz bereits 2,5 Grad über dem vorindustriellen Durchschnitt. Damit ist die Erwärmung in der Schweiz heute mehr als doppelt so stark wie im globalen Schnitt.
Dazu kommt, dass die Schäden, die durch die Klimaerhitzung verursacht werden, in der Schweiz besonders verheerend sind: Durch das Schmelzen des Permafrosts wird das Gebirge instabiler. Bergstürze nehmen zu, Starkregen führt zu Murgängen und Schlammlawinen. Bäche treten über die Ufer und reissen mit, was ihnen in die Quere kommt.
Die Auswirkungen der Klimakrise sind nicht nur spürbar, sondern auch teuer. Die Klimaerhitzung verursacht bereits heute fast eine Milliarde Franken Schäden pro Jahr. Bis 2060 könnten diese Kosten auf bis zu zehn Milliarden Franken pro Jahr steigen.
Die Klimafonds-Initiative fordert, dass der Bund jährlich 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts in eine sichere und klimataugliche Infrastruktur investiert. Mit den jährlich investierten 4 bis 8 Milliarden sollen gezielte Massnahmen umgesetzt werden:
- Der Ausbau der erneuerbaren Energien wie Solar-, Wasser- und Windenergie soll die Eigenversorgung ausbauen und absichern.
- Mit der Förderung der Gebäudesanierungen sollen klimaschädliche Ölheizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden. Zudem sollen die Investitionen die Abhängigkeit von ausländischem Gas und Öl reduzieren.
- Die Industrie soll dabei unterstützt werden, auf umweltverträglichere Produktionsverfahren umzustellen.
- All diese Massnahmen müssen von den nötigen Fachkräften umgesetzt werden. Damit genug kompetentes Personal zur Verfügung steht, sollen mit Geldern aus dem Klimafonds Ausbildungsplätze geschaffen werden.
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Massive Rückschritte durch SVP-Bundesrat Albert Rösti
2023 hat die Schweizer Stimmbevölkerung dem Klimaschutzgesetz zugestimmt. Damit ist das Pariser Klimaziel von Netto-Null bis 2050 gesetzlich verankert. Trotz dieses richtungsweisenden Entscheids setzt Umweltminister Albert Rösti Prioritäten in entgegengesetzter Richtung: Mit dem Schlagwort «Technologieoffenheit» will er an fossilen Energien festhalten und trotz demokratischem Entscheid den Atomausstieg kippen und den Autobahnausbau vorantreiben.
Auch das rechts-bürgerlich dominierte Parlament politisiert auf der Linie von SVP-Bundesrat Rösti. So hat die SVP-FDP-Mehrheit entschieden, Gelder für Nachtzüge und Elektrobusse auszusetzen und im Abbaupaket von Finanzministerin Karin Keller-Sutter sind Klimaschutzmassnahmen maximal noch zweitrangig. Die Folge: Die Schweiz ist in den letzten Jahren im internationalen Klimaranking immer weiter abgestürzt und landete 2025 auf Platz 33.

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Keine Abhängigkeit von Unrechtsstaaten
Aktuell importiert die Schweiz jährlich Gas und Öl in der Höhe von 8 Milliarden Franken. Gerade in der aktuellen höchst unsicheren Weltlage ist es problematisch, dass die Schweiz bei der Energieversorgung so stark von Ländern wie Russland oder Kasachstan abhängig ist.
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien im Inland könnte diese Abhängigkeit reduziert werden. Dass es dabei viel Luft nach oben gibt, zeigen die Zahlen aus den letzten Jahrzehnten. Seit den 1950er-Jahren sinken die Investitionen in den inländischen Stromsektor.