Start Gesellschaft Rassistische Vorfälle nehmen weiterhin zu

Rassistische Vorfälle nehmen weiterhin zu

Der Anstieg setzt sich fort: Auch 2025 registrieren die Schweizer Beratungsstellen mehr gemeldete Rassismusfälle als im Vorjahr.

Kundgebung gegen Rassismus in Basel. Foto: Stefan Bohrer (Keystone)

Praktikumsabsage wegen Kopftuch, harsche Behandlung bei Wohnungssuche, Mobbing an der Schule: Die gemeldeten rassistischen Übergriffe in der Schweiz sind vielseitig – und sie nehmen weiter zu. Das stellt die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) in einem kürzlich veröffentlichten Bericht fest. Letztes Jahr haben Beratungsstellen für Opfer rassistischer Diskriminierung 1245 Fälle registriert. Das ist zwar ein kleiner Anstieg von 34 Fällen seit dem letzten Jahr – aber damals nahmen die Fälle um fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Wie bereits in den vergangenen Jahren stammen die meisten gemeldeten Vorfälle aus dem Bereich der Bildung (269 Fälle) und dem Arbeitsplatz (210 Fälle). Wobei beim Bereich der Bildung nicht nur die Primar- und Oberstufe, sondern auch Fälle aus der Kita, Kindergarten und der Berufsausbildung miteinbezogen werden.

Weiterer Anstieg von antimuslimischem Rassismus und Antisemitismus im Online-Bereich

Die rassistischen Übergriffe richteten sich wie bereits in den Vorjahren in den meisten Fällen gegen People of Color. Am meisten zugenommen hat jedoch, wie im Vorjahr auch, der antimuslimische Rassismus.

Auch wenn der Antisemitismus gemäss einem gemeinsamen Bericht des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus in der «realen Welt abnimmt», gibt es Grund zur Sorge. Denn Fälle von Antisemitismus im Online-Bereich nehmen stark zu.

Zur vollständigen Seite gehen, um das Formular anzusehen und zu übertragen.

Die Zahlen sind ohnehin besorgniserregend. Jedoch ist davon auszugehen, dass es trotz grösserer Bekanntheit der Meldestelle immer noch eine hohe Dunkelziffer rassistischer und antisemitischer Vorfälle gibt. Viele Übergriffe werden nicht gemeldet, wenn zum Beispiel die Chefin, eine Lehrperson oder ein Polizist Täter:in ist.

Dass die SVP seit geraumer Zeit Kampagne gegen «Ausländer» macht, insbesondere gegen People of Color und geflüchtete Menschen, dürfte rassistische Vorfälle ankurbeln. Die Sündenbockpolitik der grössten Schweizer Partei bietet dabei keinerlei Lösungen für die Probleme der Menschen: Statt Hass und Hetze zu verbreiten, könnte die SVP für bezahlbaren Wohnraum, tiefere Krankenkassenprämien und höhere Löhne einstehen.

lal


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