Zürich: Linke wollen Mietzinsexplosion stoppen

Die Mieten in der Stadt Zürich haben sich fast verdoppelt, weil renditeorientierte Immobilienfirmen immer mehr Wohnraum aufkaufen. Die SP Stadt Zürich will mit einem Massnahmenpaket für bezahlbare Mieten sorgen. Die Gemeinderatswahlen am 8. März entscheiden, ob dieses umgesetzt werden kann.


Auf dem Zürcher Immobilienmarkt läuft einiges falsch, wie wöchentlich den Schlagzeilen in den Medien zu entnehmen ist: Wohnsiedlungen, die erst vor wenigen Jahren renoviert wurden, werden abgerissen, um im Neubau doppelt so hohe Mieten verlangen zu können. Immer mehr Menschen werden aus der Stadt verdrängt, weil die Mieten so stark steigen. Und in gewissen Quartieren entstehen Business Apartments, wo vorher Familien gelebt haben.

Die SP möchte Immobilienfirmen aus Zürich zurückdrängen

Die Ursache für diese Fehlentwicklung sind Immobilienfirmen, die einen immer grösseren Anteil des Wohnungsmarktes in der Stadt Zürich aufkaufen und versuchen, ihre Renditen auf Kosten der Mietenden zu maximieren. «Um die Mietexplosion zu stoppen, müssen wir die Immobilienfirmen aus Zürich zurückdrängen», sagt Oliver Heimgartner, Präsident der SP Stadt Zürich.

Konkret möchte die SP den Immobilienfirmen verbieten, Siedlungen leer zu kündigen, nur um die Mieten zu erhöhen und so ihre Renditen zu optimieren. Mit einer Volksinitiative versuchen die Sozialdemokrat:innen zudem, die Umnutzung von Wohnraum in kommerzielle Airbnb-Angebote und Business Apartments zu verbieten. Zusätzlich möchte die SP dafür sorgen, dass die Stadt und die städtischen Wohnbaustiftungen rasch mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Wahlen entscheiden darüber, ob Mieten weiter explodieren

Obwohl die Stadtzürcher Wahlen einen enormen Einfluss darüber haben, wie sich die Stadt Zürich entwickelt, liegt die Stimmbeteiligung häufig nur bei 40 Prozent. «Ich appelliere an alle Mieter:innen, bei diesen wichtigen Wahlen teilzunehmen», sagt Oliver Heimgartner, Präsident der SP Stadt Zürich. «Es braucht eine starke SP im Gemeinderat, um die Mietexplosion zu stoppen und mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.»

Heimgartner spielt damit auf die knappen Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat an: Gewinnen FDP oder SVP nur einen Sitz, haben in Zürich neu die bürgerlichen Parteien die Mehrheit. «Für die Mieter:innen wäre das eine Katastrophe. FDP und SVP sind eng verbandelt mit der Immobilienlobby und versuchen ununterbrochen, das Mietrecht zu schwächen, um so den Immobilienfirmen noch höhere Renditen zu ermöglichen.»


Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein