
Anders als in der «Festung Europa», die Menschen ohne Papiere ablehnt und kriminalisiert, entscheidet sich Spanien für einen anderen Weg. Per Dekret will die spanische Regierung Migrant:innen ohne gültige Aufenthaltspapiere legalisieren. Damit ebnet die sozialistische Regierung den Weg für einen alternativen Ansatz im Umgang mit Einwanderung.
500’000 Migrant:innen könnten legalisiert werden
Für papierlose Migrant:innen, die nachweisen können, dass sie am 31. Dezember 2025 seit mindestens fünf Monaten in Spanien gelebt haben, scheint die Legalisierung nun in greifbarer Nähe zu sein. Etwa 500’000 von ihnen könnten davon profitieren, sofern sie nicht vorbestraft sind.
Die Regierung von Pedro Sánchez zeigt damit, dass eine legale und sichere Migration möglich und sogar wünschenswert ist. Tatsächlich macht die Einwanderung laut dem Premierminister in den letzten sechs Jahren «80 Prozent des Wachstums» des Landes aus. Denn mit oder ohne Papiere: Einwanderer:innen arbeiten und leisten einen unersetzlichen Beitrag zur Wirtschaft.
Indem Spanien ihnen einen legalen Status gewährt, erkennt es ihre Existenz an. Es ermöglicht ihnen unter anderem, in Würde von ihrer Arbeit zu leben und garantiert ihnen damit die Grundrechte aller Arbeiter:innen.
Die Entscheidung für Vernunft statt Angst
Spanien entscheidet sich damit für Pragmatismus, wie Pedro Sánchez erklärt: «Wir sind ein Land, das sich entschieden für ein legales, sicheres, geordnetes, aber auch offenes und humanes Migrationsmodell einsetzt, gegen diejenigen, die die Schliessung der Grenzen befürworten.»
Angesichts der weltweiten Verschärfung der Migrationspolitik der Rechten hat Spanien mehrere Lehren gezogen. Eine der wichtigsten: Die Verschärfung der Grenzkontrollen, die Intensivierung der Abschiebungen und die Verschärfung der Einreisekriterien sind keine Lösung. Eine Migrationspolitik, die Menschen unterdrückt und ihre Grundrechte verletzt, schafft mehr Probleme, als sie löst.


