Start Abstimmungen Für eine soziale Schweiz: Stimmbevölkerung versenkt Bevölkerungsdeckel

Für eine soziale Schweiz: Stimmbevölkerung versenkt Bevölkerungsdeckel

Was in den Umfragen noch nach einem knappen Ausgang zur extremen SVP-Initiative ausgesehen hat, entpuppte sich am Abstimmungssonntag als klare Niederlage für die selbsternannte Volkspartei. Das Resultat zeigt: Die Stimmbevölkerung will eine soziale Schweiz und wehrt sich gegen Ausgrenzung und Ausbeutung.

Abstimmungsfest des Nein-Komitees am 14. Juni 2026. Foto: Anthony Anex (Keystone)

Die 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP hätte verheerende Auswirkungen für die Schweiz gehabt: den Bruch mit Europa, die Ausgrenzung und Ausbeutung von Menschen ohne Schweizer Pass und fatale Folgen für Löhne und Renten. Rund 55 Prozent der Stimmbevölkerung sprach sich am Sonntag gegen die rechtspopulistische Initiative aus.

Sündenböcke und Dichtestress-Phantom

Wie bei jeder SVP-Initiative mussten auch dieses Mal vor allem Menschen mit Fluchtgeschichte als Sündenböcke herhalten, obschon sie gerade mal 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Gleichzeitig sei die Zuwanderung schuld an allen Problemen: Hohe Mieten, kein Sitzplatz im Zug etc. Doch die Stimmbevölkerung liess sich nicht instrumentalisieren: Insbesondere Menschen, die in Gemeinden mit hohem Ausländer:innenanteil wohnen, lehnten die Initiative ab.

Dass dies besonders Städte und Agglomeration betrifft, erzürnte natürlich die SVP. Sie versuchte erneut einen grossen Stadt-Land-Graben heraufzubeschwören, bei dem auch das Dichtestress-Thema wieder bewirtschaftet wurde. Was sich aber bei dieser Abstimmung erneut zeigte: Es gibt keinen Dichtestress, denn jene Menschen, die in den am stärksten besiedelten Gebieten in der Schweiz wohnen, stören sich am wenigsten daran.

Bilateraler Weg gestärkt

Ein weiteres wichtiges Thema im Abstimmungskampf war zudem die Beziehung mit der EU. Es ist bereits das dritte Mal, dass die Stimmbevölkerung nun die Personenfreizügigkeit an der Urne bestätigt und sage und schreibe das 13. Mal, dass sie sich hinter den bilateralen Weg mit der EU stellt. Für die Bilateralen III dürfte dies ein gutes Vorzeichen sein. Und bis dahin hat sich möglicherweise sogar die SVP darin geübt, demokratische Entscheide zu akzeptieren.

jsc


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