Ein Gastbeitrag von Dr. Rudolf Rechsteiner, alt Nationalrat SP und Dozent für erneuerbare Energien an der ETH Zürich
Die Brennstoffhändler:innen von «Swissoil» dürfen sich freuen. Ihr bester Mitarbeiter sitzt im Bundeshaus Nord. Solange über neue Atomkraft gestritten wird, kritisiert niemand Bundesrat Röstis Defizite beim Klimaschutz: ungenügende CO2-Reduktionen, hohe Emissionen im Finanzsektor, fehlende Verkehrswende. Mit der neuen Atomdebatte eilt Albert Rösti seinen Freunden zu Hilfe, dem «Blackout»-Clan der Familie Aegerter, die ihre Volksinitiative mit gekauften Unterschriften einreichte.
Auf Kosten der erneuerbaren Energien
Für den Bau eines neuen AKW will die Atomlobby den Netzzuschlag plündern. Jenes Geld, das heute die Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft finanziert, soll in neue Atomkraftwerke fliessen. Dies würde einen ruinösen Verdrängungswettbewerb auslösen, unter dem besonders die Wasserkraft – vorab die unflexiblen Flusskraftwerke – leiden würde, während Photovoltaik (PV) dank Batterien immer flexibler wird.
Gegen den Volkswillen
2017 stimmten 58 Prozent der Stimmberechtigten für das AKW-Neubauverbot; 2024 sagten 68,7 Prozent Ja zum Ausbau der erneuerbaren Energien auf 45 TWh Jahresproduktion, mehr als doppelt so viel Strom wie die Schweizer Atomkraftwerke aktuell produzieren. Allein PV legte 2025 um 2 TWh zu (+33 Prozent).
Mit dieser Spitzkehre untergräbt Bundesrat Rösti die erfolgreiche Energiestrategie. 2025 lieferten PV, Windenergie und Biomasse bereits über 15 Prozent vom Endverbrauch, die Wasserkraft 55 Prozent; die Ausbauziele von 2017 (11,4 TWh) für 2035 werden schon 2026 überschritten, neun Jahre schneller als damals geplant.
Die Vorwürfe, die erneuerbare Produktion komme nicht voran, sind reine Diffamierung. Sie lenken davon ab, dass Albert Rösti alles tut, um den Ausbau zu erschweren – Stichworte: Abschaffung der PV-Mindestvergütung, fehlender Sachplan Winterstrom.
Fassaden, Solardächer und Agri-PV an gemässigten Höhenlagen wie auf dem Mont Soleil (1200m.ü.M.) liefern einen Winteranteil von 40 Prozent halb so teuer wie neuer Atomstrom. Das zeigen die Messdaten seit 1993.
Globaler Ausbau von Solar und Wind
Derweil überhitzt die Erde. Menschen, Tiere und Pflanzen sind nicht vorbereitet auf 30 bis 40 Grad Hitze. Bereits jetzt fehlt es an Trinkwasser, Ernten verdorren, Permaforst schwindet, Waldbrände nehmen zu, Siedlungsräume sind in Gefahr.
Zulassungsverbote für fossile Fahrzeuge und Heizungen wären jetzt nötig, eine Solaranlage auf jedes Dach und eine Batterie in den Keller. Aber von Rösti ist da nichts zu erwarten.
Dabei hat der Markt längst entschieden. 2025 ersetzten Sonne, Wind und Batterien alle 83 Stunden weltweit die Jahreserzeugung von «1 Gösgen». Neue Atomkraftwerke braucht es nicht!


Interessanter, aufschlussreicher Beitrag. Es fehlt allerdings die Forderung, die CO2-Abgabe auf mindestens 210 CHF/t CO2 zu erhöhen und auf alle fossilen Energieträger auszuweiten.
Die Zahlen vin Herrn Rechsteiner haben wie gewohnt wenig mit der Realität zu tun. Und die Zubau-Raten von PV sinken.
Kernkraft wird bis 2050 im Winter mehr Strom liefern als alle Solarpanels.
Es ist etwas hochgegriffen, den Herrn als „von der ETH Zürich zu bezeichnen“. Er hat dort einfach so Märchen erzählt wie „Windkraft hat 100% Wirkungsgrad“ und LED haben 95% Wirkungsgrad.
Herr Hüsler,
so wie sie Herrn Rechsteiner an den Karren fahren, tönt das für mich nach Lobby Öl, Aegerter etc.