«Eine derart heftige Hitze hätte ich nicht erwartet», sagte Umweltminister Albert Rösti Anfang August gegenüber dem Tagesanzeiger. Viele mussten sich erst einmal die Augen reiben bei dieser Schlagzeile. Die Frage liegt auf der Hand: Wie kann es sein, dass der Schweizer Umweltminister, der die Studienlage aus den Klimawissenschaften eigentlich kennen sollte, zu einer solchen Aussage kommt? Doch Rösti hat schon des Öfteren bewiesen, dass er die Klimaerhitzung nicht mit der angebrachten Priorität behandelt. Drei Beispiele.
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Bescheidene Massnahmen für den geplagten Wald
Wer diesen Sommer durch den Wald spaziert ist, hat sich vielleicht darüber gewundert, wie viel Laub bereits auf den Wegen liegt, obschon der Herbstanfang noch weit entfernt war. Die Dürre setzte den hiesigen Bäumen so stark zu, dass sie ihre Blätter schon mitten im Sommer fallen liessen. Damit die Wälder die Klimaerhitzung überleben, müssen die Bäume hitzeresistenter werden. Aus diesem Grund hat das Parlament 2020 100 Millionen Franken bewilligt, die verteilt auf vier Jahre für die Pflanzung von solchen Bäumen genutzt werden können. 2023 wurde diese Finanzierung zwar verlängert, jedoch um ein Drittel gekürzt. Nun hat Albert Rösti die Mittel ab 2027 komplett aus der Finanzplanung gestrichen. Immerhin beschloss der Bundesrat Ende August 2026 doch noch ein Massnahmenpaket von gut 70 Millionen Franken für Wald und Landwirtschaft, das angesichts des vergangenen Rekordsommers aber überaus zurückhaltend daherkommt.
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Begriffe werden aus amtlichen Texten gestrichen
In einer seiner ersten Amtshandlungen liess US-Präsident Donald Trump unliebsame Begriffe aus amtlichen Texten streichen – darunter auch Begriffe aus dem Bereich Klima und Umwelt. Ende August dieses Jahres wurde nun bekannt, dass sich auch Albert Rösti dementsprechende Anpassungen leistete. Gemäss der Zeitung Sonntagsblick liess sein Generalsekretär, der SVP-Hardliner Yves Bichsel, Begriffe wie «Klimaerwärmung» und «Klimawandel» aus amtlichen Dokumenten streichen. Dies bestätigte der pensionierte Direktor des Bundesamts für Verkehr Peter Füglistaler.
Neben den genannten Begriffen geriet auch der Begriff «Biodiversität» ins Fadenkreuz der Sprachpolizei von Röstis Departement. Dieser Begriff sollte gemäss Sonntagsblick durch den Begriff «Landschaft» ersetzt werden. Dass es dabei schwierig werden wird, etwas zu bekämpfen oder wie im Fall der «Biodiversität» zu erhalten, was nicht mehr direkt angesprochen werden kann, sondern mit schwammigen Begriffen umschrieben wird, liegt auf der Hand.
3
Mit «Verkehr ‘45» an der Demokratie vorbei rasen
Im November 2024 hat die Stimmbevölkerung den Ausbau von sechs Autobahnabschnitten abgelehnt. Trotz diesem klaren demokratischen Entscheid liess sich Albert Rösti keineswegs davon abhalten, einzelne Ausbauprojekte der Vorlage wieder aufs Tapet zu bringen. «Verkehr ‘45» heisst das Manöver, bei dem zum ersten Mal der Ausbau von Bahn und Strasse kombiniert wird. Damit sollen die Chancen für das Paket steigen – gerade auch bei diesen Projekten, die von der Stimmbevölkerung bereits verworfen wurden.
Um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, braucht es beim Verkehr dringend wirksame Massnahmen – ein weiterer Ausbau beim motorisierten Individualverkehr gehört aber nicht dazu. Die Zahlen sprechen für sich: Der Verkehr ist in der Schweiz für etwa ein Drittel der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich, allen voran der Personenverkehr. Statistiken zeigen, dass die Bevölkerung rund 70 Prozent der Strecken im Auto zurücklegt, während nur etwa 20 Prozent auf den öffentlichen Verkehr entfallen. Ein Ausbau der Autobahnen dürfte diese Zahlen weiter in die Höhe treiben. Die Verkehrsforschung zeigt, dass mehr Strassen zu mehr Verkehr führen. Der Grund dafür ist einfach: Je komfortabler das Autofahren, desto mehr Menschen nutzen das Auto. Ein Ausbau würde folglich zu mehr gefahrenen Kilometern und damit zu einer Zunahme der CO₂-Emissionen führen.
Unter dem Motto «Kein 50°-Sommer!» ruft der Klimastreik Schweiz, gemeinsam mit über 130 Organisationen, zu dezentralen Demonstrationen im ganzen Land auf. Die Forderung: Die sofortige Umsetzung eines Notfallplans für Hitze- und Klimaschutz. Die Proteste finden in den Städten Baden, Basel, Bern, Chur, Luzern, Thun und Zürich statt.
jsc



Proteste gibt es auch in Biel Bienne. Und zudem in der französischsprachigen Schweiz. Vielleicht müsste man diesen Artikel aktualisieren
Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs erhöht ebenso den CO2 Ausstoss, erstens beim Bau und zweitens: es gilt, wie beim Strassenbau, mehr Angebot führt zu mehr Verkehr. Auch die Linke muss endlich dazu stehen, dass der Verkehr, ob privat oder öffentlich für alle reduziert werden muss, um die Klimakrise zu überstehen.
EIn grosser Teil der Klimakrise ist sicher“hausgemacht“,. D.h. wir können sie noch verschlimmern oder versuchen, zurückzufahren …
Wenn Albert Rösti in einem Interview sagt, ihm spiele es k e i n e Rolle, woher der Strom komme (AKW, Wasser- Windkraft oder Solarenergie) so zeigt dies, dass er die aktuelle Situation nicht richtig einschätzen will oder kann …
Ein Kaktus dem Umweltminister!
Alt Bundesrat Ogi hatte geraten, das Konzept einer Eurometro zu verfolgen, wie man in der Presse lesen konnte.
Eine Eurometro, die die wichtigsten Flughäfen des Kontinents direkt verbände, könnte den Flugverkehr, die Autobahnen und die Eisenbahn entlasten. Da sie ausserhalb der Stadtkerne angelegt wäre, ergäben sich keine teuren und zeitraubenden Ausbauten in den Agglomerationen und Stadtzentren.
Ich finde Bundesrat Rösti macht einen miserablen Job und sollte von seinem Departement abgesetzt werden.
Wer hilft mit und wie könnte man das erfolgreich initiieren?
Rösti im Teller: ja! Im BR: nein!
Hier noch wichtig: Das negative Prinzip „Wer Strassen sät, wird Autos ernten“ hat sein positives Pendant: „Wer den Zugverkehr ausbaut wird Passagiere ernten.“ Sprich: Auch mit dem Ausbau des öV (lokal, regional, national und international) wird man die Nachfrage erhöhen.