Good News im August: Mindestlöhne, Ehe für alle und das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung

Während die aktuellen politischen Debatten oft von Krisen, Kürzungen und Rückschritten geprägt sind, gibt es auch Entwicklungen, die zeigen: Fortschritt ist möglich. Drei Beispiele aus diesem Monat.

Die frisch verheirateten Scarlett Rocha (rechts) und Fabiana Justiniano am Samstag, 15. August 2026, in ihrem Zuhause in Santa Cruz, Bolivien. (AP Photo/Juan Karita)

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Historischer Durchbruch für die Ehe für alle in Bolivien

Bolivien hat im August Geschichte geschrieben: Fabiana Justiniano und Scarlett Rocha haben als erstes gleichgeschlechtliches Paar des Landes rechtsgültig geheiratet. Das Paar hatte zuvor zwei Verfassungsbeschwerden eingereicht, die sich zu einem fast vierjährigen Rechtsstreit für das Recht auf Ehe entwickelt haben. Am 7. August konnten die beiden schliesslich heiraten.

Noch ist die Ehe für alle in Bolivien nicht landesweit zugänglich. Die Entscheidung gilt zunächst für dieses konkrete Paar. Trotzdem ist sie ein wichtiger Präzedenzfall – es haben sich bereits weitere gleichgeschlechtliche Paare an die Anwält:innen des Paares gewandt.

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Australien führt Mindeststandards für Gig-Worker ein

Wichtiger Fortschritt für Menschen, die über Plattformen wie Uber Eats oder DoorDash arbeiten: Seit dem 17. August gelten in Australien erstmals verbindliche Mindeststandards für Lieferdienst-Gig-Worker. Je nach Fahrzeug müssen ihnen mindestens 31,30 bis 32 australische Dollar pro Stunde garantiert werden – mehr als der australische allgemeine Mindestlohn von 26,44 Dollar.

Das Modell ist zwar nicht identisch mit einem klassischen Stundenlohn: Bezahlt wird weiterhin pro Auftrag. Entscheidend ist aber, dass die Plattformen am Ende sicherstellen müssen, dass die Einnahmen der Fahrer:innen während ihrer «engaged time» nicht unter den Mindestbetrag fallen. Zusätzlich gibt es neue Regeln zu Streitfällen, Mitspracherechten und Versicherungspflichten.

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Fünfmal mehr Unterschriften als nötig für das Recht auf Abbruch in Liechtenstein

Fast 5000 Menschen in Liechtenstein haben die Initiative «Fristenlösung für Liechtenstein» unterschrieben – fast fünfmal mehr als die nötigen 1000 Unterschriften. Rund ein Viertel der Stimmberechtigten hat damit eine Fristenlösung beim Schwangerschaftsabbruch unterstützt. 4969 Unterschriften wurden inzwischen offiziell als gültig bestätigt. Ein starkes Zeichen für reproduktive Selbstbestimmung in einem Land mit bislang sehr restriktivem Abtreibungsrecht.

lal


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