Die Netto-Null-Versprechen der Schweizer Finanzinstitute sind zahlreich. Doch ein genauer Blick zeigt: Ihre Versprechen sind leer.
Die Megabank UBS investiert weiterhin in den Kohleabbau, die Abholzung des Regenwalds sowie in die Förderung von Erdöl. Die Zürcher Kantonalbank wirbt mit «verantwortungsvollen» Fonds – dabei fliesst das Geld unter anderem zu den Erdölkonzernen BP und TotalEnergies. Zwei Beispiele von vielen. Kurz: Grosse Banken und Versicherungen mit Sitz in der Schweiz verursachen durch ihre internationalen Geschäfte erhebliche Umweltschäden.
Breite Allianz fordert mehr Verantwortung
Die Finanzplatz-Initiative will dies ändern. Sie fordert, dass die Akteure des Schweizer Finanzplatzes ihre Aktivitäten mit ausländischen Unternehmen an den von der Schweiz unterstützten internationalen Klima- und Biodiversitätszielen ausrichten – zum Beispiel an den Pariser Klimazielen. Zudem sollen neue Projekte zur Förderung fossiler Energieträger wie Kohle oder Öl nicht mehr finanziert oder versichert werden dürfen. SP-Nationalrat Jon Pult verdeutlicht es bei der Einreichung so: «Der Finanzplatz bleibt der wichtigste Hebel für den Klima- und Naturschutz. Wir können es uns nicht länger leisten, dass weiterhin Milliardenbeträge über die Schweiz in Ausbeutung von Kohle und Öl oder die Abholzung von Regenwäldern fliessen.»
Schweizer Finanzplatz hat grossen Einfluss
Die Schweiz ist zwar ein kleines Land, gehört mit ihrem Finanzplatz aber zu den globalen Schwergewichten. Jährlich fliessen Milliarden von Franken in umweltschädliche Aktivitäten im Ausland. Während Unternehmen und Privatpersonen in der Schweiz zunehmend auf Nachhaltigkeit setzen, macht der Finanzplatz diese Bemühungen teilweise zunichte: Er ist für mindestens das 18-fache der gesamten inländischen CO2-Emissionen der Schweiz verantwortlich.
Das zeigt: Klare Regelungen sind nötig, wenn wir die Klimaerwärmung noch eindämmen möchten.
jsc



