Start Gesellschaft Die Schweiz ist kein guter Ort für erwerbstätige Mütter

Die Schweiz ist kein guter Ort für erwerbstätige Mütter

In welchem OECD-Land lohnt es sich als Frau am meisten zu arbeiten? Der sogenannte «Glasdecken-Index» zeigt klar: Nicht in der Schweiz – insbesondere nicht für Mütter.

Foto: Pixabay

Mit dem «Glass Ceiling Index» – Glasdeckenindex – ermittelt die Zeitschrift The Economist jedes Jahr, in welchem OECD-Land es sich für Frauen am meisten lohnt zu arbeiten. Untersucht werden dabei verschiedene Faktoren wie Erwerbsbeteiligung, Lohnungleichheit und Elternzeit. Die Schweiz landet dabei auf dem viertletzten Rang.

In den letzten dreizehn Jahren, seit es den Index gibt, hat sie sich keinen Schritt nach vorne bewegt. Nur in der Türkei, Japan und Südkorea ist die Situation für Frauen noch prekärer.

Grösstes Hindernis: Die Familiengründung

Ein genauer Blick auf den Index zeigt: In sechs von zehn Indikatoren schliesst die Schweiz mehr oder weniger im Mittelfeld ab – so zum Beispiel bei der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit oder der Vertretung in Parlamenten. Geht es aber um die Familiengründung, landet die Schweiz ganz weit hinten: Die familienergänzende Kinderbetreuung ist teuer, die Mutterschaftszeit vergleichsweise kurz, die Vaterschaftszeit mit zwei Wochen praktisch nicht existent. Eine gesetzliche Elternzeit gibt es nicht.


Dass berufstätige Mütter in der Schweiz gesellschaftlich wenig Rückhalt geniessen, zeigt sich auch daran, dass jede siebte Frau nach der Geburt vom Arbeitsmarkt gedrängt wird. Der Tages-Anzeiger berichtete etwa über den Fall einer Ingenieurin, der unmittelbar nach Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft mitgeteilt wurde, dass sie nach der Mutterschaftszeit zwar zurückkehren könne, danach jedoch entlassen werde. Im Team, so der Vorgesetze, sei kein Platz für eine Mutter, die beim kranken Kind immer ausfalle.

Ab nach Skandinavien

Stellt sich die Frage: In welchen Ländern besteht die gläserne Decke nicht aus getöntem Panzerglas? Die Antwort: im hohen Norden. Dieses Jahr steht Schweden an der Spitze, gefolgt von Island und Finnland. Den vierten Rang belegt Norwegen. Alle vier skandinavischen Länder fördern seit Jahrzehnten mit gezielten politischen Massnahmen die Gleichstellung.

jsc


4 Kommentare

  1. Die grösste Last tragen Kinderfreie. Sie bezahlen am meisten Steuern, müssen bei der Arbeit ständig Rücksicht nehmen und dürfen aks Dank alle Abwesenheiten kompensieren. Nur haben sie hakt keine Lobby in Bern…

    • Ich glaub’s nicht, so eine Aussage kann auch nur in der Schweiz kommen….. Dafür bist du aber dankbar, wenn du dann genug AHV erhältst, weil unsere Kinder für dich in die Kasse einzahlen werden !

  2. Ob wir Kinder haben oder nicht verändert zwar die Situation am Arbeitsmarkt, aber gesellschaftliche Verantwortung tragen wir in jedem Fall, auch wenn sie von Fall zu Fall unterschiedlich ist.

  3. So ein sinnfreier, kurzsichtiger und verbitterter Kommentar zeigt nur eines, das miserable Leben, das Sie leben. Kinder sind die Zukunft, speziell in einem so geldgierigen Land, in dem die Altersvorsorge auf die nächste Generationen beruht. Eltern arbeiten wissenschaftlich erwiesen effizienter, Pausen/smalltalk ist reduziert, keine Zeit. Mütter und Väter sind nicht das Problem, Sie sind es.

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