Start Gesellschaft Zu hohe Mieten: Wo du dir noch eine Wohnung leisten kannst

Zu hohe Mieten: Wo du dir noch eine Wohnung leisten kannst

Die steigenden Mieten führen dazu, dass Mietende einen immer grösseren Teil ihres Einkommens für ihre Wohnung aufwenden müssen oder gewisse Regionen und Städte unbezahlbar werden. Wo dein Budget noch reicht, erfährst du mithilfe der interaktiven Karte des Recherche-Netzwerks CORRECTIV.Schweiz.

Bild: Labinot Dauti (Unsplash)

Gemäss einer Studie des Mieter:innenverbands geben aktuell 82 Prozent der Mieter:innen mehr als 20 Prozent ihres monatlichen Budgets für die Miete aus – 39 Prozent sogar mehr als 30 Prozent. Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird immer schwieriger. Das betrifft vor allem Tourismusregionen, Städte und ihre Agglomerationen sehr stark.

Aber die finanzielle Belastung der Haushalte durch die Miete ist landesweit sehr hoch. Das zeigt das Recherche-Netzwerk CORRECTIV.Europe, das erstmals Mieten und Kaufpreise aus Städten und Gemeinden in Europa ausgewertet hat. Die Daten zeigen eindrücklich, wie hoch die Belastung für Mieter:innen in allen Schweizer Gemeinden ist.

Recherche zeigt hohen Druck in allen Schweizer Gemeinden

CORRECTIV.Schweiz hat diese Daten aus der Schweiz zusammengestellt und in einer interaktiven Karte aufbereitet. So kannst du ganz einfach anhand deines Nettolohns anschauen, wo du dir aufgrund der erhobenen Daten eine Wohnung leisten kannst und wo nicht. Hier kannst du es testen.

Die Schweiz – ein Land von Mieter:innen

In der Schweiz leben rund 60 Prozent der Menschen zur Miete. Dieser Wert ist im europäischen Vergleich sehr hoch. Durchschnittlich leben in der EU 32 Prozent zur Miete. Die immer höheren Mietkosten sind daher längst zu einem grösseren sozialen Problem geworden. In der Schweiz sind die Mieten seit der Jahrhundertwende stark gestiegen – trotz sinkender Hypothekarzinsen und klarer gesetzlicher Vorgaben.

Damit soll jetzt Schluss sein, zumindest wenn es nach dem Mieter:innenverband (MV) Schweiz geht. Der MV Schweiz setzt zum Kampf gegen missbräuchliche Mieten an und hat Mitte Juni die Mietpreis-Initiative eingereicht. Diese soll bewirken, dass die Immobilienbesitzer:innen sich an das Mietrecht halten und die Mietpreise periodisch überprüft werden. Der MV schreibt in seiner Mitteilung: «Wer keine missbräuchlichen Mieten verlangt, hat nichts zu befürchten. Es geht um jene, die das geltende Mietrecht missachten und mit überhöhten Mieten ihre Renditen maximieren.»

Nach der Einreichung von über 140’000 Unterschriften sind Parlament und Bundesrat am Zug, um die Mietpreis-Initiative zu behandeln. Gemäss einer aktuellen Mieter:innenbefragung des Verbands unterstützen aktuell 86 Prozent der Befragten eine wirksame Mietpreiskontrolle.

lal


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