Finanzierung der 13. AHV-Rente: Das musst du wissen

Vor über zwei Jahren hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Einführung der 13. AHV-Rente beschlossen und am gleichen Tag eine Erhöhung des Rentenalters deutlich verworfen. Bei den Abstimmungen am 29. November geht es nun um die Finanzierung dieser zusätzlichen Rente. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Zwei Personen mittleren Alters sitzen auf einer Bank in einem Park und schauen sich lächelnd an. Sie sind herbstlich gekleidet mit Jacken. Der Mann trägt eine Mütze und eine dunkelblaue Jacke, die Frau eine marineblaue Jacke über einer bordeauxfarbenen Hose. Hinter ihnen erstreckt sich eine Allee mit hohen Bäumen, deren Laub in gelben und grünen Tönen leuchtet. Der Boden ist mit Herbstblättern bedeckt. Im Hintergrund sind weitere Parkbänke und Gebäude sichtbar. Die Szene vermittelt einen Eindruck von Ruhe und gemeinsamer Zeit in der Natur.
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Am 3. März 2024 gelang der SP und den Gewerkschaften ein historischer Sieg: Mit 58,2 Prozent Ja-Anteil stimmte die Schweizer Stimmbevölkerung der 13. AHV-Rente zu und damit für einen Ausbau der 1. Säule. Am selben Tag lehnte die Bevölkerung auch die FDP-Initiative für eine Erhöhung des Rentenalters mit 75 Prozent Nein-Stimmen deutlich ab. Die Botschaft war unmissverständlich: Mehr Rente ja, länger arbeiten nein.

Die 13. AHV-Rente wird im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt. Doch bevor sie zum ersten Mal auf dem Konto von über 2,5 Millionen Rentner:innen landet, entscheidet die Bevölkerung am 29. November 2026 über die Finanzierung der 13. AHV-Rente. Das musst du dazu wissen:

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Finanzierung über die Mehrwertsteuer

Das Parlament hat sich nach langem Hin und Her auf eine moderate Mehrwertsteuer-Erhöhung zur Finanzierung der 13. AHV-Rente geeinigt. So bleibt die AHV auch mit der 13. Rente finanziell gut aufgestellt: Ab 2028 soll der normale Mehrwertsteuersatz von heute 8,1 auf 8,5 Prozent steigen. Der Sondersatz für Übernachtungen in Hotels und Herbergen steigt von 3,8 auf 4 Prozent. Der reduzierte Satz für Güter des täglichen Bedarfs bleibt dagegen unverändert bei 2,6 Prozent.

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Lebensmittel und Medikamente werden nicht teurer

Der alltägliche Konsum ist von der Erhöhung der Mehrwertsteuer ausgenommen. Denn der reduzierte Satz der Mehrwertsteuer, der für «Güter des täglichen Bedarfs» gilt, wird nicht erhöht. Dazu gehören etwa Lebensmittel oder Medikamente. Dieser alltägliche Konsum ist für viele Haushalte einer der grössten Ausgabenposten – neben Mieten und Krankenkassenprämien, die ganz von der Mehrwertsteuer befreit sind. Konkret: Für Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen ist ein relevanter Teil der Ausgaben nicht von der Erhöhung betroffen.


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Ablehnung gäbe Rückenwind für Rentenaltererhöhung

Die 13. AHV-Rente wurde demokratisch beschlossen. Das bedeutet für die AHV zusätzliche jährliche Ausgaben von rund 4 bis 5 Milliarden Franken. Ohne zusätzliche Einnahmen würde sich die finanzielle Situation der AHV deutlich verschlechtern. Das Bundesamt für Sozialversicherungen warnt, dass der AHV-Ausgleichsfonds ohne Zusatzfinanzierung rasch unter die gesetzlich vorgesehene Schwelle sinken würde. Wenn die AHV finanziell unter Druck gerät, werden Forderungen nach einem höheren Rentenalter wieder lauter werden – die Bevölkerung könnte dieser Forderung dann aus Sorge um das wichtigste und beliebteste Sozialwerk der Schweiz zustimmen.

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Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit der moderaten Erhöhung der Mehrwertsteuer soll die finanzielle Stabilität der AHV – dem wichtigsten Sozialwerk der Schweiz – gesichert werden. 9 von 10 Menschen erhalten mehr aus der AHV ausbezahlt, als sie in ihrem Leben einzahlen. Das bleibt weiterhin wahr: Wer durchschnittlich viel verdient, zahlt gemäss Berechnungen des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds künftig ca. 85 Franken mehr Mehrwertsteuer pro Jahr. Dafür erhält jede Person in Rente jährlich eine zusätzliche Monatsrente von durchschnittlich 2000 Franken.

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Auch Vermögende und ausländische Tourist:innen zahlen mit

Die AHV wird heute vor allem über Lohnbeiträge, Mehrwertsteuer und Bundesbeiträge finanziert. Die Mehrwertsteuer hat dabei einen sozialen und ausgleichenden Vorteil: Wer von Kapitaleinkommen oder Vermögen lebt, bezahlt keine AHV-Lohnbeiträge, aber Mehrwertsteuer auf den Konsum. Je höher das Vermögen, desto mehr konsumiert eine Person – und finanziert so auch die AHV. Das gilt ebenso für Tourist:innen. Sie finanzieren über ihren Konsum in der Schweiz einen Teil der Mehrwertsteuereinnahmen mit. Wer in der Schweiz Ferien macht, ein Hotel bucht, essen geht oder einkauft, trägt damit ebenfalls zur Finanzierung der AHV bei.

Jetzt geht es darum, den Volksentscheid zur 13. AHV-Rente ernst zu nehmen. Die Schweiz hat sich für eine 13. AHV-Rente entschieden. Am 29. November entscheidet sie darüber, ob sie diesen Entscheid auch finanzieren will.

lal


27 Kommentare

  1. Ich kann immer noch nicht verstehen, dass man nicht für die Finanzierung der 13. AHV eine Transaktionssteuer im o, Promilleprozennt bereich einführt. Das würde die Betreffenden überhaupt nicht spüren und der Finanzplatz Schweiz würde in keiner art und weise Schaden nehmem. ⁹

  2. Wie kann es sein dass eine Glaubwürdige Zeitschrift wie der K-Tipp vorgerechnet hat, dass es keine zusätzliche AHV Finanzierung braucht weil jetzt schon genug Geld vorhanden ist ?
    Die Begründung von K-Tipp war, dass der Bund für die Berechnung von extremen Bedingungen ausgegangen ist, und der K-Tipp mit realistischen Bedingungen berechnet hat.
    Wem soll man denn jetzt glauben?

    • Lieber Herr Stadelmann, ich kann Ihnen versichern, dass es für die 13. AHV-Rente ganz klar zusätzliche Einnahmen braucht. Das kann auch der K-Tipp nicht schönrechnen. Mit der 13. Rente werden die Ausgaben der AHV um einen 1/12 erhöht. Das sind 4 bis 5 Milliarden pro Jahr. Ohne zusätzl. Geld gibt die AHV jedes Jahr deutlich mehr aus, als sie einnimmt – so werden die Reserven jedes Jahr weniger.

  3. Es ist doch klar, dass wir diesen Entscheid auch finanzieren müssen! Die Form der Finanzierung scheint mir daher richtig, angepasst an die finanzielle Situation jedes Einzelnen!

  4. Geld für die Finanzierung der 13.AHV ist in der Schweiz mehr als genug vorhanden.
    Die Finanzierung über die Mehrwertsteuer ist zwar nicht die ideale Lösung, jedoch trotzdem gut machbar. Also JA zu diesem Entscheid.

  5. Gute Aufklärung, ich begrüsse eine Finanzierung durch eine moderate Erhöhung der Mehrwertsteuer, Ausnahme alltägliche Güter. Es ist nur korrekt, dass Vermögende und ausländische Touristen auf diese Weise etwas an die soziale Gerechtigkeit in der Schweiz beisteuern. Erhöhung des Rentenalters ist schwierig, da die Wirtschaft nicht mitspielt – junge und günstige Arbeitnehmer sind gefragt!

  6. Die Volksentscheide war eindeutig und auch die Politik hat dies zu respektieren. Die vorgeschlagene Finanzierung ist sozial. Fallen wir nicht auf Die Trickserei der Bürgerlichen herein.

  7. Sehr gut erklärt.
    Ich bin auch dafür, dass die junge Generation AHV erhält und bin klar dagegen das AHV Alter zu erhöhen!

  8. Die MWST-Erhöhung ist besser als keine Zusatzfinanzierung. Das ist noch kein Grund, sie ökonomisch schönzureden. Die MWST ist die sozial ungerechteste Steuer, deshalb denken Politiker schon gar nicht mehr an direkte Steuern, wenn es um Steuererhöhungen geht. Die konsequente Finanzierung wäre über AHV-Beiträge, entsprechend dem Umlageverfahrenprinzip der AHV.

  9. Sehr gut, aber man vergibt einen wichtigen Punkt: Die Mieten sind von der Mehrwersteuer ausgenommen, diese steigen also auch nicht. Man könnte zusammenfassen:
    Krankenkassenprämien, Medikamente, Lebensmittel und Mieten sind von dieser Erhöhung ausgenommen.

  10. Ich vertraue eher den realistischeren Berechnungen des K-Tipp. Die letzten Jahre haben ja
    die negativen Prognosen widerlegt.
    Das Gerangel um die Finanzierung der AHV ist der Schweiz unwürdig und hinterlässt
    einen schalen Geschmack. Auch das wir über 2 Jahre (nach der Abstimmung) auf eine
    Auszahlung warten müssen ist für Minimalrentner/Innen eine Zumutung.

  11. Es ist an der Zeit diese Finanzierung endlich zu entscheiden. Wie lange wollen Sie die Debatte ohne definitiven Resultate noch hin und herschieben?

  12. Der 13. Monatslohn ist in in fast allen Arbeitsverträgen vereinbart, Also warum keiner in der AHV`?‎
    Ich bin selbstverständlich dafür!‎

  13. Die 13. AHV-Rente finde ich toll, hilft sie vielen Rentner, ein würdevollens Leben zu führen. Die Mwst-Erhöhung find ich eher weniger toll, aber wie es scheint, ist das die beste aller schlechtesten Lösungen und eine typisch schweizerische. Jedoch noch ein Gedanke: Der Überschuss der Bundesfinanzen 2025 ist 1,4 Milliarden. Ist das bei den Investitionslücken Klimavorsorge und Überalterung sinnvoll?

  14. Müssten diese im Kostenbereich im voraus glaubwürdig kalkuliert werden, würde wahrscheinlich mit Sicherheit keine Intiative stande kommen.Seien wir froh, jetzt darüber diskutieren und entscheiden zu können.
    Mit gutem Recht müsste man auch reklamieren, dass Volksentscheide per Dekret von der Regierung umgangen werden.
    Der Schweiz fehlt ein schützendes Verfassungsgericht.

  15. Nicht die erste Abstimmung, nach deren Annahme im Parlament die Köpfe zu rauchen beginnen, weil die Umsetzung unklar ist. Wenn die 13. AHV-Rente nicht eine ernsthafte Angelegenheit wäre, würde ich das Thema Finanzierung als Lachnummer bezeichnen.

  16. Ich vermisse in dieser Argumentation schon die Feststellung, dass es einige bessere Ideen zur Finanzierung geben würde. Okay politisch war nichts besseres möglich mit diesem Parlament.

  17. Es hiess doch kurz nach der Abstummung, man hätte Gelder der AHV gefunden, welches auf ein falsches Konto verbucht wurde. Wo ist dieses Geld und warum wird die AHV Kasse nicht damit aufgefüllt.

  18. Cool wäre wenn sich Grosskonzerne und Vermögende einbringen würden um die Kasse zu füllen👍🏻
    Die Alte Garde hat geholfen dieses Land aufzubauen, das sollte man nicht nur mit Danke belohnen!

  19. Wir haben von Anfang an gesagt, wie wir die 13. AHV finanzieren wollen. Es stand sogar im Abstimmungsbüchlein:einen Teil über die Mehrwertsteuer und einen Teil über die AHV-Beiträge. Es wurde aber immer wieder gesagt, wir hätten keinen Plan. Das stimmt so nicht. Ich habe aus diesem Grund den Beobachter abbestellt. Er schrieb auch, wir hätten keinen Finanzierungsplan.

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